Inszenierung der Fantasie
Ein Kosmos aus Takt, Licht und Leidenschaft
Erschienen am Donnerstag, 29. Oktober 2026 Lesezeit 4 Min.

Der Tanzkreis Fürstenwalde im Trainingsfieber und traditionell dazu in Golzow macht mal wieder von sich reden. Man kann es nicht oft genug wiederholen, aber der Zusammenhalt der Tanzkreisfamilie ist schon legendär. Alles, was passiert, passiert gemeinsam und führt immer zu einem besonderen Highlight. Tanzen, Proben, Lachen das Grund-Credo wird zutiefst gelebt. Der Sonntag, der Tag der Familie, ich schaue dem Tanzkreischef Marcel interessiert aus der Entfernung zu, wie er mit Engelsgeduld die einzelnen Tanzgruppen dirigiert und mit einem bestimmenden Ton alles auf Anhieb zu Gehör bringt. Die Musik läuft ein, das Licht wird eingeblendet. Und nebenbei rattern die Nähmaschinen, und die Damen des Fundus nähen voller Begeisterung an den neuen Kostümen des neuen Stücks „Jetzt wird’s wild“ des Tanzkreis-Ensembles. Die Technik-Crew um Daniel und Marko ist unablässig damit beschäftigt, die Perfektion in Licht und Ton zusammen mit dem Laser und Beamer in Einklang zu bringen. Formeln müssen geschrieben werden, der zeitliche Ablauf muss mit der Musik passen, und wann fallen überhaupt die Hüllen? Dazu hat die Bühnen-Crew mitzureden. Immerhin sind sie es, die ebenfalls mächtig für Wirbel sorgen und das Vorhang-Projekt genau im Blick haben. Und Eltern, die seit Jahren zum festen Repertoire des Herbsttrainingslagers gehören, sind auf der anderen Seite des Geländes beschäftigt, eine gesunde Mahlzeit auf den Tisch zu bringen. Mit neuen Ideen und Altbewährtem. So ist zum Beispiel Currywurst in Tomatensauce der Renner, und schon geht’s wieder zur nächsten Probe. Die Trainer der einzelnen Gruppen feilen weiter mit den Kids an ihren Choreografien. Ein ständiges Auf und Ab, und die Kids sind begeistert. 136 Kinder, die es nicht nur toll finden, in der Gemeinschaft etwas auf die Beine zu stellen, sondern die auch Kinder sind, die Ferien haben. So gibt es immer eine schöne Idee, die vom Förderverein mitgetragen wird, um das Trainingslager so unvergesslich wie möglich zu machen eine Liebe, die gern zurückgegeben wird. „Jetzt wird’s wild“ hatte am Donnerstag und Freitag Premiere, und der Saal war bis auf den letzten Platz besucht. Viel Spannung, die Musik wie im Kino, Dolby Surround: Die Gäste sind gebannt auf den Vorhang gerichtet. In bunter Freude entstehen kurzweilige Bilder, jeder Strich wird verfolgt, immer wieder etwas Neues. Hinter dem Vorhang schimmern leicht die Künstler durch, die schon für bunte Momente der Erwartung auf das Kommende zaubern. Der Schriftzug zum Titel des Abends entsteht, leiser Abspann, und dann knallt es: Die Hülle fällt, und die Löwenfamilie steht im Rampenlicht, und ein tosender Applaus bricht los. Im Mittelpunkt der neuen Tanzshow steht ein neugieriges Löwenkind, dem es in seinem Gehege im Zoo einfach viel zu langweilig wird. Viel lieber möchte es die große, aufregende Welt entdecken! Also fasst es sich ans Herz und büxt aus. Eine abenteuerliche Reise durch den Zoo beginnt. Dabei begegnet es den unterschiedlichsten Tieren und erlebt jede Menge spannende Überraschungen. Der Tanzkreis zeigt die Geschichte mit allem, was dazugehört, und hat wieder in die Trickkiste gegriffen. Die Minions ein Genuss: „Banana“! Und mit „Swing, Swing“ zeigte er eine Höchstleistung an perfekter Choreografie. Kostüm, Musik, Licht und Bühnenaufbauten es hat alles gepasst. Aber auch alle anderen, wie „Sweet Dreams“, „Tarzan“ oder „Happy Feet“, waren ebenso unübertroffen. Das Stück, so der Tanzkreischef, soll auch in Fürstenwalde oder vielleicht auch im Friedrich-Wolf-Theater zu sehen sein, aber so richtig final hielt er sich noch zurück.






