Erschienen am Donnerstag, 24. September 2026 Lesezeit 7 Min.
Zum bundesweiten „Tag des Handwerks“ unter dem Motto „Wir machen Karriere mit Gefühl“ überreichte die Kreishandwerkerschaft Oder-Spree gemeinsam mit der Handwerkskammer Frankfurt/Oder am Samstag im Fürstenwalder Dom die Gesellenbriefe. Lars Michaelis, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Oder-Spree, eröffnete den feierlichen Festakt im St.-Marien-Dom zu Fürstenwalde und begrüßte die zahlreichen Gäste. Besonders freute, zeigte er sich, dass zahlreiche Eltern, Ausbilder, Freunde und weitere Wegbegleiter gekommen seien, um gemeinsam mit den jungen Gesellinnen und Gesellen diesen besonderen Moment der Übergabe ihrer Gesellenbriefe zu erleben. Musikalisch-klassisch hat die Kreishandwerkerschaft ein gutes Gespür für Details bewiesen, denn sie konnte das erfolgreiche Musik-Duo „Viano“ mit Constantin Kinner und Lenny Nickel der Musikschule Beeskow für diesen besonderen Moment der Verleihung der Gesellenbriefe engagieren. Die Musikauswahl der beiden jungen Künstler kam beim Publikum wider Erwarten sehr gut an. Es wurden 107 Lehrlinge geprüft und 99 von ihnen haben ihre Prüfung bestanden. Davon haben 9 mit Bestnoten in ihren jeweiligen Berufen abgeschlossen. Die Handwerkskammer Frankfurt/Oder präsentierte sich zudem zum „Tag des Handwerks“ mit einer Auswahl an Handwerksberufen in Form einer Messe im und um den Dom herum. Doch war sie etwas in den Hintergrund gerückt und kaum beachtet da die Feierlichkeiten der Gesellenbrief Übergabe im Mittelpunkt stand.
Kreishandwerksmeister Thomas Charlet würdigte in seiner Ansprache die jungen Gesellen und machte deutlich, dass der erfolgreiche Ausbildungsabschluss einen wichtigen Wendepunkt markiert. Der Gesellenbrief sei kein Geschenk, sondern das Ergebnis von frühem Aufstehen, langen Arbeitstagen, Berufsschule, Prüfungsstress, Rückschlägen und der Bereitschaft, jeden Tag dazuzulernen. Charlet betonte, dass mit dem Abschluss zugleich eine neue Verantwortung beginne. Aus Auszubildenden würden Fachkräfte, Kollegen, denen Betriebe und Kunden Vertrauen entgegenbringen. Fehler gehörten dabei zum Berufsleben. Entscheidend sei, Verantwortung zu übernehmen, aus Fehlern zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen. Darin zeige sich echte Professionalität. Zugleich hob der Kreishandwerksmeister die Bedeutung des Handwerks für die Gesellschaft hervor. Es brauche Menschen, die etwas schaffen, Verantwortung übernehmen und auf deren Arbeit Verlass sei. Vieles, was im Alltag selbstverständlich erscheine, sei ohne das Handwerk nicht möglich. Die jungen Fachkräfte hätten sich bewusst für einen Beruf entschieden, in dem Leistung und Verantwortung unmittelbar sichtbar würden. Besonders dankte Charlet den Ausbildern, die ihr Wissen weitergegeben, erklärt, korrigiert und die jungen Menschen auf ihrem Weg begleitet hätten. Auch den Familien und Partnern sprach er seine Anerkennung aus, denn hinter einem erfolgreichen Ausbildungsabschluss stehe häufig ein ganzes Umfeld, das unterstützt und Mut zugesprochen habe. Zum Abschluss gratulierte Thomas Charlet den erfolgreichen Absolventen herzlich und ermutigte sie, ihren weiteren Weg mit Neugier, Verantwortung, Selbstständigkeit und Freude am Beruf zu gehen. Der Gesellenbrief sei nicht das Ende der Ausbildung, sondern der Beginn einer neuen beruflichen Geschichte.
Der Bürgermeister der Stadt Erkner betonte die Bedeutung der beruflichen Entscheidung der jungen Gesellen. Henryk Pilz erklärte, mit ihrem Abschluss hätten sie nicht nur einen Beruf erlernt, sondern auch Verantwortung für die Gesellschaft übernommen. Pilz sprach dabei aus eigener Erfahrung, als gelernter Zimmermeister und ehemaliger Selbstständiger und Ausbilder kenne er die Herausforderungen des Berufslebens. Sein Weg sei ebenfalls nicht immer geradlinig verlaufen. Deshalb ermutigte er die jungen Fachkräfte, Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu haben, offen für neue Wege zu bleiben und ihr Potenzial weiterzuentwickeln. Zugleich dankte er Ausbildern, Betrieben, Familien und Freunden für ihre Unterstützung. Der Gesellenbrief sei kein Endpunkt, sondern der Beginn eines neuen Abschnitts. Mit Blick auf Herausforderungen wie Digitalisierung, Klimaschutz und Mobilität wünschte Pilz den Absolventen viel Erfolg, Gesundheit und Freude an ihrem Beruf.
Matthias Rudolph gratulierte den jungen Gesellen herzlich zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss und würdigte zugleich die Ausbilder, Familien und alle Wegbegleiter, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Als Bürgermeister der Stadt Fürstenwalde betonte Rudolph, dass die jungen Fachkräfte mit ihrem Abschluss nicht nur einen Beruf erlernt, sondern auch eine solide Grundlage geschaffen hätten, um ihr eigenes Leben zu gestalten. Er betonte, dass der Gesellenbrief kein Endpunkt, sondern der Beginn eines neuen Abschnitts sei. Er ermutigte sie, weiter zulernen, Verantwortung zu übernehmen und sich beruflich weiterzuentwickeln bis hin zum Meister oder zur eigenen Unternehmensgründung. Gerade angesichts des Fachkräftemangels böten sich im Handwerk vielfältige Chancen. Zugleich richtete er den Blick auf die Region. In den kommenden Jahren gebe es zahlreiche Aufgaben und Investitionen, bei denen das regionale Handwerk eine wichtige Rolle spielen könne. Wenn Betriebe Aufträge vor Ort übernehmen, wachsen, Arbeitsplätze schaffen und junge Menschen ausbilden, stärke das die gesamte Region. Abschließend machte er deutlich, dass sich gute Ausbildung auszahle und verwies dabei auch auf zwei ehemalige Auszubildende aus seinem eigenen Umfeld, die inzwischen erfolgreiche Meister und Führungskräfte im Handwerk seien. Ihr Weg zeige, was mit Engagement, Ausdauer und Verantwortung erreicht werden könne.
Jung Gesellin Enie Wenzel die ihre 3-jährige Ausbildung bei der Wunsch GmbH als Fahrzeuglackierer absolvierte und mit Bestnote abschloss, bat um den Freispruch als Jahrgangsbeste in ihrem Beruf.
Frauen im Lackiererhandwerk haben eben ein feines Gespür für hohe Präzision und starkes Engagement, obwohl die Branche nach wie vor stark männerdominiert ist, hat sie sich einen Namen gemacht. Zu ihrer Freisprechung erhielt sie von ihrem Ausbilder und Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Oder-Spree Sebastian Wunsch ihre erste eigene Lackierpistole. Es erfolgte gemeinsam mit dem Kreishandwerksmeister Thomas Charlet die Freisprechung der Gesellen mit einem herzhaften kühlen Gerstensaft der Fürstenwalder Rathausbräu.
Kraftfahrzeugmechatroniker, Maler & Lackierer mit Spezialisierung Maler, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik, Maler & Lackierer mit Spezialisierung Fahrzeuglackierung, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs – und Klimatechnik, Metallbauer Spezialisierung Konstruktionstechnik, Hochbaufacharbeiter mit Spezialisierung-Maurerarbeiten, Tiefbaufacharbeiter- mit Spezialisierung Straßenbauarbeiten



