Herausforderung und Chancen einer kleinen, engagierten Einrichtung
Der Stadtteiltreff „Paule 49“ in Fürstenwalde wirkt wie ein vertrauter Ort im Alltag vieler Kinder und Familien. Hier begegnen sich Menschen, die sich oft schon lange kennen, und neue, die schnell Anschluss finden. Die Mitarbeitenden begleiten die Kinder aufmerksam, ohne sich aufzudrängen, und schaffen dadurch Räume, in denen sie sich ausprobieren, streiten und wieder annähern können. Zwischen gemeinsamen Aktivitäten, Gesprächen und kleinen Ritualen entsteht eine Atmosphäre, die Halt gibt und zugleich Freiraum lässt. JuSev hat in Trägerschaft den Stadtteiltreff „Paule 49“ einst übernommen und ihn seitdem als offenen, verlässlichen Ort für Kinder, Jugendliche und Familien im Sozialraum weiterentwickelt und dauerhaft gesichert. Ivette Linde, Leiterin des Stadtteiltreffs „Paule 49“ beschreibt die Arbeit der Einrichtung als über viele Jahre gewachsen, zugleich aber strukturell begrenzt. Es stehe lediglich eine Vollzeitstelle zur Verfügung, die sie sich mit einer Kollegin teile. Während sie selbst den Großteil der Stunden übernehme, trage sie auch die Hauptverantwortung für den Treff, während ihre Kollegin weitere Angebote betreue. Darüber hinaus betonte sie, dass die besondere Qualität von „Paule 49“ in seiner engen Verankerung im Gemeinwesen liege. Eltern seien nicht nur Begleitpersonen, sondern ein selbstverständlicher Teil des Ganzen. Viele von ihnen hätten den Treff schon als Kinder erlebt und kämen heute mit ihren eigenen Kindern zurück. Darin zeige sich, dass sie diesen Ort in guter Erinnerung behalten haben als einen Platz, an dem sie sich aufgehoben fühlten, ernst genommen wurden und einfach Kind sein konnten.
Mit Freude führte sie aus, wie sich das Wochenprogramm bewusst an die Interessen der Kinder und Jugendlichen orientiere. Es umfasse sportliche, kreative und mediale Angebote ebenso wie gemeinsames Kochen oder Kinoabende. Diese Mischung schaffe verlässliche Strukturen, lasse aber gleichzeitig Raum für Mitbestimmung und spontane Anpassungen. Sie freue sich darüber und hob hervor, dass JuSev die Arbeit im „Paule 49“ aktiv unterstütze. Viele Angebote würden erst durch dieses Engagement möglich. Darüber hinaus und das sei ein echter Gewinn seien es Eltern, ehemalige Praktikanten oder frühere Besucher, die dem Treff weiterhin verbunden bleiben und sich aktiv einbringen. Diese persönliche Nähe bereichere die Einrichtung auf besondere Weise.
Inhaltlich, so erklärte sie weiter, lege die Einrichtung großen Wert auf lebenspraktisches Lernen. Am Beispiel der Koch-AG verdeutlichte sie, dass Kinder hier eigenständig planen, einkaufen und gemeinsam kochen. Dabei würden nicht nur praktische Fähigkeiten vermittelt, sondern auch soziale Kompetenzen wie Zusammenarbeit, Verantwortungsübernahme und Rücksichtnahme gestärkt. Zugleich wies sie darauf hin, dass die Förderung sozialer Kompetenzen zunehmend an Bedeutung gewinne. Insbesondere seit der Pandemie sei zu beobachten, dass Konfliktfähigkeit und gemeinschaftliches Handeln bei vielen Kindern weniger ausgeprägt seien. Konflikte würden häufig aus der Schule mitgebracht und werden im Treff aufgefangen. Sie versuche, diese mit meditativen Ansätzen zu begleiten, betonte jedoch, dass solche Prozesse auf Freiwilligkeit angewiesen seien und daher nicht immer vollständig gelängen.
Außerdem unterstrich sie die enge Zusammenarbeit mit Schulen und anderen sozialen Einrichtungen im Umfeld. Ziel sei es, ein stabiles Netzwerk zu schaffen, das Kinder und Familien unterstütze und Übergänge erleichtere. Gemeinsame Projekte und Ferienfahrten seien dabei ein wichtiger Bestandteil. Darüber hinaus beschrieb sie „Paule 49“ als offenen Ort für den gesamten Stadtteil. Neben den Angeboten für Kinder und Jugendliche gebe es zahlreiche Aktivitäten für Familien und Anwohnende, die den sozialen Zusammenhalt stärken. Oft entstünden dabei informelle Gespräche, die eine wichtige Grundlage für Vertrauen und Unterstützung bildeten. Abschließend machte Ivette Linde deutlich, dass die Arbeit der Einrichtung unter schwierigen finanziellen Bedingungen stattfinde. Da es sich um eine freiwillige Leistung der Kommune handle, fehle es an Planungssicherheit. Ein großer Teil des Engagements gehe daher über die eigentlichen Ressourcen hinaus. Dennoch, so wurde in ihren Ausführungen deutlich, sei „Paule 49“ für viele Kinder und Familien ein unverzichtbarer Ort im Alltag geworden.


