Verstehen statt Verbieten

Die Debatte über ein mögliches Social-Media-Verbot für Jugendliche wird derzeit intensiv geführt. Der Landesschülerrat Brandenburg sieht ein solches Verbot kritisch. Ein generelles Verbot ist aus unserer Sicht nicht der richtige Weg. Es löst keine Probleme. Es verschiebt sie.

Soziale Medien gehören zum Alltag junger Menschen. Sie sind Kommunikationsraum, Informationsquelle und Teil gesellschaftlicher Teilhabe. Ein pauschales Verbot würde Jugendlichen diese Räume entziehen. Gleichzeitig würden sie nicht lernen, mit digitalen Medien verantwortungsvoll umzugehen. Die Nutzung würde sich in andere, weniger kontrollierbare Bereiche verlagern. Chancen für Bildung und Aufklärung gingen verloren. Der Landesschülersprecher Jakob Stamm spricht sich deshalb klar gegen ein generelles Social-Media-Verbot aus. Stattdessen braucht es eine starke und verbindliche Medienbildung. Schülerinnen und Schüler müssen verstehen, wie soziale Medien funktionieren. Sie müssen wissen, wie Algorithmen Inhalte auswählen und verstärken. Sie müssen lernen, Informationen kritisch zu hinterfragen und Quellen zu überprüfen so
Jakob Stamm. Medienbildung darf kein Zusatzangebot bleiben. Sie muss verbindlich in den Unterricht integriert werden. Dafür brauchen Schulen Zeit, Konzepte und Fortbildungen für Lehrkräfte. Gleichzeitig stehen auch die Plattformbetreiber in der Verantwortung. Sie müssen transparenter arbeiten und konsequenter gegen problematische Inhalte vorgehen. Die aktuelle Diskussion zeigt, wie groß die Unsicherheit im Umgang mit digitalen Medien ist. Einfache Antworten greifen zu kurz. Ein Verbot schafft keine Medienkompetenz. Es benötigt Aufklärung, Bildung und eine kritische Auseinandersetzung mit Sozialen Medien.

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