Wissenslücken bremsen Schutz vor Krebs

Welt-HPV-Tag: Impfschutz in Brandenburg bleibt lückenhaft
Viele Kinder und Jugendliche in Brandenburg sind trotz klarer Empfehlung der Ständigen Impfkommission nicht vollständig gegen das Humane Papillomvirus (HPV) geimpft. Laut Arzneimittelreport der Barmer sind rund 29 Prozent der Mädchen und jungen Frauen im Land nicht komplett immunisiert. Bei Jungen bis 13 Jahre ist die Impflücke mit etwa 68 Prozent sogar noch deutlich größer. Zudem ist die Zahl der Impfungen in den vergangenen Jahren weiter zurückgegangen. HPV ist für nahezu alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 4.600 Frauen daran. Auch andere Krebsarten etwa im Anal- oder Rachenbereich können durch HPV ausgelöst werden und betreffen ebenso Jungen und Männer. Seit Einführung der HPV-Impfung im Jahr 2007 hat sich die Zahl der Neuerkrankungen bei jungen Frauen um mehr als 50 Prozent reduziert ein deutlicher Beleg für die Wirksamkeit der Impfung. Hauptursache für die geringe Impfquote ist nach einer Barmer-Umfrage unter Jugendlichen vor allem Unwissenheit. Viele Befragte fühlen sich unzureichend über HPV und die Impfung informiert oder haben sich bislang nicht mit dem Thema beschäftigt. Sorgen vor Nebenwirkungen spielen ebenfalls eine Rolle, sind jedoch seltener ausschlaggebend. In den meisten Fällen geht die Impfentscheidung von den Eltern oder der behandelnden Arztpraxis aus. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Impfung. Empfohlen wird sie für Mädchen und Jungen ab dem Alter von neun Jahren. Fachleute betonen, dass eine frühzeitige Impfung einen wirksamen Schutz vor späteren schweren Erkrankungen bietet und nicht nur die geimpfte Person selbst, sondern auch deren Partner schützt. Um die Impfbereitschaft zu erhöhen, setzt die Barmer unter anderem auf Aufklärungskampagnen und unterstützt Initiativen wie den Schülerwettbewerb „Die Impf-Checker“. Ziel bleibt es, die Impfquote deutlich zu steigern und langfristig HPV-bedingte Krebserkrankungen weiter zu reduzieren.

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