Azubis und Baby-Boomer besonders betroffen

Jüngere und ältere Menschen zählen zu den Verlierern auf dem Wohnungsmarkt. Viele der rund 2.330 Azubis im Landkreis Oder-Spree wohnen noch bei ihren Eltern, oft weil sie sich eine eigene Wohnung nicht leisten können, sagt Astrid Gehrke von der IG BAU. „Tragisch ist es, wenn ein Ausbildungsvertrag am zu teuren Wohnraum scheitert“, warnt sie. Deshalb sollten Bund und Land Neubau und Förderung von Azubi- und Studentenwohnungen vor allem in der Nähe von Ausbildungszentren unterstützen. Auch für die rund 26.700 Baby-Boomer im Kreis droht Wohnarmut im Alter. Viele haben niedrige Renten, weil sie zeitweise arbeitslos waren oder schlecht bezahlt gearbeitet haben. Wenn die Baby-Boomer in Rente gehen, können sich etliche ihre Wohnung kaum noch leisten“ sagt Gehrke. Die IG Bau warnt vor einer weiteren Verschärfung auf dem Wohnungsmarkt. Mieten kennen seit Jahren nur eine Richtung, nach oben. Das muss sich ändern. Wir brauchen wieder sinkende und damit bezahlbare Mieten, fordert IG Bau-Bezirkschefin Gehrke. Ein wichtiger Schritt, um dahin zu kommen, seien mehr Sozialwohnungen. Nur mehr günstiger Wohnraum sorgt für Druck auf die Mieten am Markt. Der Neubau von Sozialwohnungen muss zur politischen Herzenssache und zur Sache der politischen Vernunft werden, so Gehrke. Die IG Bau fordert daher mehr Sozialwohnungen, um Druck auf die Mietpreise zu bringen. Der „Soziale Wohn-Monitor“ des Pestel-Instituts empfiehlt bundesweit eine Verdopplung auf 2 Millionen Sozialwohnungen bis Mitte des nächsten Jahrzehnts für Brandenburg bedeutet das 61.400 Einheiten bis 2035, also rund 4.500 pro Jahr. Damit das gelingt, müssten Fördergelder von Bund und Land direkt zum Baubeginn bereitstehen. Außerdem sei „erleichtertes Bauen“ wichtig, um mehr Sozialwohnungen kostengünstig und in guter Qualität zu errichten. Eine öffentliche Statistik über den Neubau sei zudem notwendig, um den Wohnungsmarkt besser steuern zu können, so Gehrke.

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