Rauen gleicht aus, Preußen hält dagegen
Sonntagsspiel und Kaiserwetter das ist die Kombination, die dem Fußball eine besondere Note verleiht. Alle haben Zeit, weil die meisten Spiele bereits am Samstag stattgefunden haben, so ist dieses Derby auch besonders zu bewerten. Man kennt sich ohnehin aus vielen Begegnungen, wie aus der erst kürzlich stattgefundenen Winterhallensaison. Und nun bei lockeren 10 Grad im Schatten im Stadion der SG Rauen. Große Freude herrscht, dass Florian Zinke gekommen war. Er wurde im letzten Spiel der SG Rauen verletzt, aber er wollte wie alle anderen Gäste eben dieses Derby authentisch miterleben. Die Rauener, die seit fünf Spielen ungeschlagen sind, haben einen guten Lauf, was das prognostizierte Ziel von Trainer Marcel Niespodziany und der Mannschaft ist: ein Team zu entwickeln und es zu formen, bis es mit allen Wassern gewaschen ist. Ihnen gegenüber ein ebenso schlagfertiges Preußen Bad Saarow Team, das ebenfalls seit fünf Spielen über sich hinaus wächst und sich durch die Tabelle pflügt. Das Spiel war anfangs etwas unspektakulär, da sich Rauen auf alte Taktiken zurückzog und tief in der eigenen Hälfte stand und die Preußen sich die Zähne an ihnen ausbissen. Mit hohen Bällen versuchten sie, dem Treiben der Rauener ein Ende zu setzen mit wenig Erfolg, aber dafür gefährlich im Abschluss. Mit einem Freistoß für die Preußen aus linker Position kommt der Ball gut in die Mitte vor das Tor der Rauener, es entsteht ein Gerangel, und Tim Strey macht in der 20. Minute das 0:1 für die Gäste. Für Rauen in dem Moment eine bittere Pille, aber das Spiel war noch lang.
Nun begann das Spiel zu leben. Der erste Angriff nach 24 Minuten lässt die Erwartungen höherschlagen, und die Gastgeber erspielten sich eine tolle Chance. Nach einer Ecke kommt der Ball präzise, jedoch auch für die Preußen, die klären. Der Gegenangriff aufs Rauener Tor läuft sehr schnell über Dobberack und Richter, doch nun scheiterten sie an der Abwehr mit Julien Behnke, der mit seinen Mitstreitern alles verteidigte und wegschoss. Auch wenn Preußen mit Richter nicht zu unterschätzen war und ihren Lauf hatte, machte Rauens Tormann Nico Pospieszynski schlussendlich dem Ansinnen einen Strich durch die Rechnung. Nahezu gleiches Bild auf der Preußen-Seite, Ball für Rauen kommt aus dem Mittelfeld in der 57. Minute auf Luis Bölke, der steht vor Kelm frei. Der kommt auf ihn zu schade, das wäre der vorzeitige Ausgleich gewesen.
Preußen schwächelt jetzt ein wenig und lässt einiges zu. Die Einladung nimmt Rauen an. Bölke erkämpft im Zweikampf den Ball, schießt eine Flanke aus dem Halbfeld zu den mitgerannten Stürmern. Es entsteht eine undurchsichtige Situation, Kelm schon draußen, kann den Ball nicht kontrollieren, Michele Hähnlein macht in der 64. Minute den Ausgleich. Er, der konzentriert und fokussiert das Spiel im Blick hatte, brachte das Spiel nun mit ins Rollen. Ab diesem Zeitpunkt nahm das Spiel weiter an Intensität zu. Rauen drängte auf das nächste Tor und machte mächtig Druck, doch die Preußen hielten mit allen Kräften dagegen, sodass bis zum Ende des Spiels keine Tore mehr fielen.


