Bunt mit klarer Botschaft
Demokratie, Vielfalt und Solidarität
Erschienen am Donnerstag, 8. Oktober 2026 Lesezeit 4 Min.
Am Dom zu Fürstenwalde fand zum Tag der Deutschen Einheit das „Vielfalt und Solidarität Festival“ statt, ein Tag, an dem Demokratie, Freiheit, Vielfalt und gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht nur Worte blieben, sondern spürbar wurden. Organisiert wurde das Festival gemeinsam vom Aktionsbündnis Dialog und Demokratie, der Evangelischen Kirchengemeinde Region Fürstenwalde und engagierten Bürgern. Gemeinsam stellten sie in der kurzen verbliebenen Vorbereitungszeit ein vielseitiges Festival auf die Beine, das sich sehen lassen konnte. Im Domgarten entfaltete sich ein buntes Potpourri aus verschiedenen Aktionen und zahlreichen Informationsständen. Auf der Bühne gaben sich die Künstler die Klinke in die Hand. Mit Protestsongs, eindringlichen Liedern und Musik, die unter die Haut ging, wurde dem Tag eine ganz eigene emotionale Note verliehen. Es war ein Festival mit Haltung, aber ebenso mit viel Empathie, Musik und Begegnung. Undine Lux, Stirn, Bush.Ida, Band & Gospelchor des Bernhardinum, DJ 5% Hürde, DJ Lumpenproletariat sowie die Rapper Kalaszniko und Flaiz waren vier Stunden lang auf der Bühne und es schien viel zu kurz zu sein. Die Kindertanzgruppen sorgten mit ihren fröhlichen und liebevoll einstudierten Tänzen für einen besonderen Moment und begeisterten die Zuschauer. Mit zu dem Redner gehörten unteranderem Kevin Jessa, Ursula Nonnenmacher, Annemarie Kahl, Katharina Slalina und Ulrike Menzel. Die Redner setzten ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung und warben für ein respektvolles Miteinander. Es ging um die klare Botschaft, dass jeder Mensch unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion oder persönlichen Voraussetzungen seinen Platz in der Gesellschaft hat. Das Festival verstand sich damit auch als Zeichen für eine offene und solidarische Gemeinschaft, in der Unterschiede nicht trennen, sondern als Teil der Vielfalt angenommen werden.
In ihrer Rede beim Festival zeigte sich Pfarrerin Ulrike Menzel erfreut über die große Zahl der Menschen, die zusammengekommen waren, um Demokratie, Freiheit, Vielfalt und gesellschaftliche Verbundenheit zu feiern. Die in Ostwestfalen aufgewachsene Pfarrerin lebt seit 1991 im Osten. Ihre persönlichen Erfahrungen mit der deutschen Teilung prägen bis heute ihren Blick auf den 3. Oktober. Umso größer ist ihre Dankbarkeit für den Fall der Mauer, die Wiedervereinigung und die damit gewonnene Freiheit in Deutschland und Europa.
Einen besonderen Schwerpunkt legte die Pfarrerin auf die Menschenwürde. Mit Blick auf Artikel 1 des Grundgesetzes betonte sie, dass die Würde jedes Menschen unabhängig von Herkunft, Fähigkeiten oder Unterstützungsbedarf gleichermaßen gelte und nicht verhandelbar sei. In diesem Zusammenhang setzte sie sich kritisch mit Positionen der AfD zum Umgang mit Menschen mit Behinderungen auseinander. Wie wichtig Inklusion und Mitbestimmung im Alltag sind, wurde anschließend im Gespräch mit einem Bewohner der Samariteranstalten deutlich. Er engagiert sich für die Interessen von Menschen mit Beeinträchtigungen.
Das „Vielfalt und Solidarität Festival“ verband damit die historische Bedeutung des Tages der Deutschen Einheit mit aktuellen Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Im Mittelpunkt standen die gemeinsame Verantwortung für Demokratie und Freiheit sowie das Anliegen, allen Menschen Teilhabe, Mitbestimmung und ein Leben in Würde zu ermöglichen.





