Neue Führung & klare Worte
Appell für mehr Zusammenhalt und Unterstützung
Erschienen am Donnerstag, 29. Oktober 2026 Lesezeit 6 Min.
Beim traditionellen Feuerwehrball der Freiwilligen Feuerwehr Fürstenwalde, der am Samstag im Restaurant Seeblick in Trebus stattfand, nutzten Bürgermeister Matthias Rudolph und die Dezernentin für Öffentliche Ordnung und Sicherheit, Martina Banse-Hörnigk, den feierlichen Rahmen, um die bereits Anfang Oktober erfolgte Berufung von Mathias Gädigk zum Stadtwehrführer in einem würdigen Rahmen offiziell zu würdigen. Gleichzeitig wurden die beiden kommissarischen Stellvertreter, der 1. Hauptbrandmeister Christopher Bülow und der 1. Hauptbrandmeister Ronny Meyer, vorgestellt. Im Anschluss richtete die Dezernentin das Wort an die Gäste des Feuerwehrballs und ging auf die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements sowie die zukünftigen Herausforderungen der Feuerwehr ein. Sie begrüßte die Rückkehr des traditionellen Feuerwehrballs, der im Vorjahr aufgrund der angespannten Haushaltslage ausfallen musste. In ihrer Rede würdigte sie insbesondere das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrangehörigen, die ihre Freizeit und Familienzeit für die Sicherheit der Bürger einsetzen. Mit Blick auf die Zukunft verwies sie auf die abgeschlossene Organisationsuntersuchung und den vorliegenden Gefahrenabwehrbedarfsplan. Diese hätten insbesondere die zunehmenden Herausforderungen bei der Verfügbarkeit ehrenamtlicher Einsatzkräfte aufgezeigt. Um die Einsatzbereitschaft langfristig zu sichern und die Belastung der vorhandenen Kräfte zu reduzieren, müsse es gelingen, weitere Menschen für den Feuerwehrdienst zu gewinnen. Dafür seien neben der Feuerwehr auch die Stadt, die Arbeitgeber, die Familien und die gesamte Stadtgesellschaft gefragt. Der nun neue Stadtwehrführer Mathias Gädigk berichtete zudem über die Arbeit und die zukünftigen Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr Fürstenwalde. Bis zum Zeitpunkt seiner Rede hatte die Wehr in diesem Jahr insgesamt 566 Alarmierungen verzeichnet, darunter 310 Hilfeleistungseinsätze, 84 Brandeinsätze und 172 Fehlalarmierungen. Er dankte den Einsatzkräften für ihre Arbeit. Auch die Unterstützung durch Familien und Arbeitgeber hob er hervor. Für die Zukunft sieht Gädigk Aufgaben bei der Nachwuchsgewinnung, der Ausbildung und der Vereinbarkeit des Feuerwehrdienstes mit Beruf und Familie. Zudem müssten Führungsstrukturen, Zuständigkeiten, Ausstattung und Standorte weiterentwickelt werden. Dafür seien eine klare Aufgabenverteilung, offene Kommunikation und die Beteiligung der Feuerwehrangehörigen erforderlich. Außerdem kündigte er an, die Kontakte zur Partnerfeuerwehr aus Reinheim wieder stärker pflegen zu wollen. Abschließend betonte Gädigk die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den Standorten, den hauptamtlichen und freiwilligen Kräften sowie dem Feuerwehrverein. Unterschiedliche Meinungen seien normal, müssten jedoch respektvoll geklärt werden.
In das gleiche Horn stieß auch die neue Vorstandsvorsitzende Alexandra Werner des Feuerwehrvereins der Stadt Fürstenwalde e.V. sie nutzte ihre erste Rede beim Feuerwehrball, um auf die bisherige Arbeit des im März gewählten Vorstands zurückzublicken und zugleich einen klaren Appell an die Vereinsgemeinschaft zu richten. Neben ihrem Dank an die zahlreichen Helfer sowie an die Familien der ehrenamtlich Engagierten betonte sie die Notwendigkeit, den Verein zeitgemäß weiterzuentwickeln und insbesondere jüngere Menschen für die Feuerwehrarbeit zu begeistern. Gleichzeitig sprach sie offen die aus ihrer Sicht fehlende Unterstützung und die Vorbehalte gegenüber dem neuen Vorstand an. Statt Unstimmigkeiten hinter vorgehaltener Hand auszutragen, warb sie für einen direkten, konstruktiven Dialog. Verein und aktive Feuerwehr seien untrennbar miteinander verbunden und auf gegenseitige Unterstützung angewiesen. Ihr Appell, persönliche Differenzen überwinden, Traditionen bewahren und gemeinsam an einer starken Zukunft der Feuerwehr Fürstenwalde arbeiten.
Franz Berger, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Oder-Spree, gratulierte Mathias Gädigk zur Berufung zum Stadtwehrführer und wünschte ihm sowie seinem Stellvertreter eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Er betonte, dass unterschiedliche Ansichten zur Feuerwehrgemeinschaft gehörten, entscheidend sei jedoch, bei gemeinsamen Aufgaben zusammenzuhalten. Sein Dank galt allen Einsatzkräften sowie den Familien und Unterstützern. Inhaltlich sprach Berger die Förderung der Brandschutzerziehung an Schulen an. Für die Brandschutzerziehung stehen in Brandenburg 500.000 Euro bereit. Berger kritisierte den bürokratischen Aufwand. Auch das geplante Ausbildungszentrum für Brand- und Katastrophenschutz in Fürstenwalde bleibe ein wichtiges Ziel. Derzeit werde eine Machbarkeitsstudie zu vier möglichen Standorten erstellt. Zur Nachwuchsgewinnung kündigte Berger für den 21. August kommenden Jahres die Veranstaltung „Die Blaulichtfamilie trifft sich“ mit gemeinsamen Einsatzübungen verschiedener Hilfsorganisationen an und bat die Feuerwehr Fürstenwalde um Unterstützung. Abschließend dankte er Bernd Gebauer für dessen Engagement als Vorsitzender des Fachausschusses für die Alters- und Ehrenabteilungen, nachdem dieser sich aufgrund von Unstimmigkeiten zum Rücktritt entschlossen hatte.
Und zum Abschluss sprach sich der Bürgermeister Mathias Rudolph dafür aus, den Feuerwehrball künftig nicht mehr ausfallen zu lassen, und betonte die Bedeutung des gemeinsamen Abends für die Feuerwehrgemeinschaft. Er dankte den bisherigen stellvertretenden Stadtwehrführern für ihre geleistete Arbeit und übermittelte Grüße des verhinderten Amtskollegen aus Reinheim. Dem neuen Stadtwehrführer Mathias Gädigk und seinem Stellvertreter Christopher Bülow sowie Ronny Meyer wünschte er viel Erfolg für ihre Aufgaben. Zudem sicherte er dem Feuerwehrverein und dessen Vorstand seine Unterstützung zu und appellierte an die Mitglieder, den Verein gerade in schwierigen Zeiten zu stärken. Besonders würdigte Rudolph die Arbeit der Dezernentin Martina Banse-Hörnigk, die sich intensiv in die Belange der Feuerwehr eingearbeitet und die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Stadtverwaltung deutlich verbessert habe. Abschließend wünschte er allen Gästen einen geselligen Abend.





