Nicht allein bleiben
Landkreis verweist auf Hilfsangebote
Erschienen am Donnerstag, 3. September 2026 Lesezeit 4 Min.
Nach der tödlichen Gewalttat in Erkner am 31. August zeigt sich Landrat Frank Steffen tief betroffen. Noch während die Ereignisse in Gosen-Neu Zittau verarbeitet würden, habe die erneute Nachricht den Landkreis schwer getroffen. Seine Gedanken seien bei den Angehörigen und Freunden des Opfers. Gleichzeitig sprach er den Rettungskräften und den Notfallseelsorgern des Landkreises seinen ausdrücklichen Dank aus, die in solchen Situationen in kurzer Zeit eine enorme und auch seelisch belastende Arbeit leisten.
In dieser schwierigen Situation verweist der Landkreis Oder-Spree zugleich auf bestehende Hilfsangebote für Betroffene und Helfende. Gemeinsam mit psychiatrischen und psychosozialen Diensten des Klinikums Frankfurt (Oder) werden kurzfristig Gruppenangebote für Erwachsene, Kinder und Jugendliche angeboten. Darüber hinaus sollen die niedrigschwelligen Beratungsangebote des Landkreises stärker bekannt gemacht werden. Katja Kaiser, Dezernentin für Jugend, Soziales und Kultur, betont, dass Oder-Spree über eine breit gefächerte Beratungs- und Betreuungslandschaft verfügt. Sie ermutigt Betroffene ausdrücklich, diese Angebote in Anspruch zu nehmen: Je früher Hilfe gesucht werde, desto besser zugleich sei es aber niemals zu spät, sich Unterstützung zu holen. Neben den Erziehungs- und Familienberatungsstellen stehen im Landkreis auch zwei Frauenhäuser mit stationären und mobilen Angeboten sowie ein 24-Stunden-Bereitschaftsdienst zur Verfügung. Auch das Jugendamt und der Sozialpsychiatrische Dienst können Familien und Menschen in besonderen Krisensituationen unterstützen oder an geeignete Stellen weitervermitteln. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Unterstützung von Menschen, die Gewalt erfahren haben, sondern auch die frühzeitige Wahrnehmung von Risikofaktoren und die Vermeidung weiterer Gewalttaten. Gleichzeitig weist der Landkreis auf den wachsenden Bedarf an Frauenhausplätzen und die damit verbundenen notwendigen finanziellen und strukturellen Anpassungen hin.
Frauenhaus Fürstenwalde – Frauen helfen Frauen e. V.
Schutz, Unterkunft und psychosoziale
Begleitung für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder. Angeboten werden auch externe und präventive Beratung, aufsuchende Beratung nach Polizeieinsätzen sowie Nachbetreuung. Kontakt:
03361 57481. www.nbfev.de/fuerstenwalde
Frauenhaus Eisenhüttenstadt – Frauen für Frauen e. V.:
Schutz und Beratung für Frauen und Kinder
bei häuslicher Gewalt. Kontakt: 03364 43786, Bereitschaft: 0162 6435546. www.nbfev.de/eisenhuettenstadt/
Sozialpsychiatrischer Dienst des Landkreises:
Beratung und Unterstützung für Erwachsene in
psychischen Krisen sowie für Angehörige. Der Dienst kann Hilfebedarfe einschätzen und medizinische, psychiatrische oder psychosoziale Hilfen vermitteln. Er ersetzt bei akuter Gefahr
jedoch nicht die Polizei oder eine spezialisierte Opferberatung.
Allgemeiner Sozialer Dienst des Jugendamtes: A
nsprechpartner, wenn Kinder oder Jugendliche von
Gewalt betroffen sind, Gewalt miterleben oder eine Kindeswohlgefährdung vermutet wird. Der ASD
berät, prüft den Schutzbedarf und veranlasst erforderlichenfalls Hilfen oder Schutzmaßnahmen. Er ist regional an den Standorten Beeskow, Eisenhüttenstadt, Fürstenwalde und Erkner erreichbar.
Erziehungs- und Familienberatungsstellen: Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern bei familiären Konflikten, Trennung und Scheidung, Gewalterfahrungen, Verhaltensauffälligkeiten und
Krisen. Im Landkreis bestehen Angebote des Landkreises in Beeskow und Eisenhüttenstadt sowie der AWO in Fürstenwalde und Erkner.
www.landkreis-oder-spree.de/Bildung-Soziales/Jugend-und-
Familie/Erziehungs-und-Familienberatungsstellen/
Opferhilfe Land Brandenburg e.V. Beratungsstelle Frankfurt (Oder):
Fachberatung für Betroffene und Zeugen von Gewalt- und Sexualstraftaten sowie für Angehörige. Angeboten werden
Krisenberatung, Stalkingberatung, psychotraumatologische Unterstützung und psychosoziale Prozessbegleitung. Kontakt: 0335 6659267. Telefon- und Videoberatung sind möglich.
WEISSER RING, Außenstelle Oder-Spree:
Psychosoziale Begleitung und praktische Unterstützung für
Opfer von Straftaten, unter anderem bei häuslicher Gewalt, Stalking und Körperverletzung. Kontakt: 03361 551643, bundesweites Opfer-Telefon: 116 006.
Vertrauliche Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt: Betroffene können Verletzungen und Tatspuren medizinisch dokumentieren und sichern lassen, auch wenn sie zunächst keine
Strafanzeige erstatten möchten. Die jeweils aktuellen Anlaufstellen veröffentlicht das Land Brandenburg. https://rechtsmedizin.brandenburg.de/blr/de/vertrauliche-spurensicherung/
Bundesweite Hotlines (rund um die Uhr, anonym, kostenfrei)
Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“
Bundesweit, kostenfrei, anonym und rund um die Uhr unter 116
016 erreichbar. Die Beratung wird auch in mehreren Sprachen angeboten und vermittelt an regionale Hilfen.
Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
Nummer gegen Kummer (für Kinder/Jugendliche): 116 111





