JuSeV mit Jugendgeschichtsrallye ausgezeichnet
Anlässlich des 81. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen wurde Mitte April in Oranienburg der Franz-Bobzien-Preis verliehen. Die Stadt Oranienburg und die Gedenkstätte Sachsenhausen ehrten damit Projekte, die sich aktiv für Demokratie, Toleranz und eine kritische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit einsetzen. Die Preisverleihung fand in der Orangerie statt und versammelte zahlreiche Gäste aus Politik, Gesellschaft sowie Vertreter der nominierten Initiativen. Insgesamt gingen über 60 Bewerbungen aus Brandenburg und Berlin ein so viele wie noch nie zuvor. Erstmals in der Geschichte des Franz-Bobzien-Preises wurden zwei erste Plätze vergeben. Ausgezeichnet wurden das Projekt „Demokratie erfordert Engagement Tu was!“ unter der Leitung des care4democracy e.V. aus Falkensee sowie das Projekt „Spurensicherung“ des Arbeitskreises „Zwangsarbeit Gedenken“ aus Ludwigsfelde. Beide Initiativen überzeugten durch ihr besonderes Engagement für demokratische Werte und Erinnerungskultur. Der zweite Platz des Franz-Bobzien-Preises ging an das Projekt „Lieder aus Sachsenhausen I – #NieWiederIstJetzt“ des Chorverbands Berlin e.V. Ein Projektchor sammelte im Konzentrationslager Sachsenhausen entstandene Lieder, bearbeitete sie neu und führte sie auf. Ergänzend wurde eine Broschüre erstellt, die die Arrangements langfristig für Chöre und Bildungseinrichtungen zugänglich macht.
Der dritte Platz wurde an die Jugendgeschichtsrallye „Meet & Speed“ des Vereins für JuSeV vergeben. Bei diesem Projekt erkunden junge Menschen in Teams historische Erinnerungsorte in Brandenburg, Sachsen und Polen. Durch die Verbindung von Bewegung, digitalen Elementen und interaktiven Aufgaben wird Geschichte nicht nur vermittelt, sondern erlebbar gemacht. Gleichzeitig werden Teamarbeit und das Bewusstsein für gesellschaftliche Verantwortung gestärkt.
Der Franz-Bobzien-Preis, der alle zwei Jahre vergeben wird, hebt die Bedeutung von zivilgesellschaftlichem Engagement hervor. Gerade in Zeiten, in denen autoritäre Tendenzen wieder stärker sichtbar werden, unterstreicht die Auszeichnung die Notwendigkeit, demokratische Werte zu verteidigen und sich kritisch mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen.


