Jugendbildungsstätte Hirschluch entwickelt sich weiter

Die Evangelische Jugendbildungsstätte Hirschluch in Storkow hat im vergangenen Jahr ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Der Ort steht seit einem Jahrhundert für Bildungsarbeit, Begegnung und eine besondere Verbindung von geistlicher Prägung und gesellschaftlichem Engagement. Hirschluch ist aus seiner langjährigen kirchlichen Tradition, die Jugendbildungsstätte des Jugendverbandes Evangelische Jugend Berlin Brandenburg schlesische Oberlausitz. Als solche wird Hirschluch durch das Bildungsministerium des Landes Brandenburg gefördert. Dabei werden die Bildungsangebote für Kinder- Jugendgruppen und Schulklassen gefördert und notwendige Investitionsmittel zur Verfügung gestellt. Somit wurde beispielsweise die Sanierung des Weihers vollständig vom Land Brandenburg in diesem Jahr gefördert. Die Einrichtung wird schrittweise weiter ausgerichtet und neu gedacht. Leiter der Jugendbildungsstätte, Ruben Loewe, sagte, dass dieser Prozess gemeinsam mit seinem Team genutzt werde, um neue Angebote zu entwickeln und bestehende Strukturen weiter zu öffnen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge fördert in der Jugendbildungsstätte ein interkulturelles Begegnungsprojekt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Im Projekt „Nature of One“ begegnen sich Menschen mit verschieden ethnischen und religiösen Wurzeln. In verschieden Begegnungsformaten lernen sich Menschen kennen, machen gemeinsame Erfahrungen und bauen somit Vorurteile ab. Der JuSeV begleitet diese Entwicklung als Träger aktiv und setze dabei auch neue pädagogische Impulse. Hirschluch ist heute ein außerschulischer Bildungs- und Seminarort für unterschiedliche Zielgruppen unter dem Dach des JuSeV. In Zusammenarbeit mit Schulen, Trägern und Partnern entstehen Programme aus den Bereichen Erlebnispädagogik, Geschichte, Religion, Demokratiebildung und Naturerfahrung. Die Arbeit ist überkonfessionell ausgerichtet, orientiert sich jedoch an christlichen Werten sowie an Demokratie, Menschenrechten und einem diakonischen Verständnis von Verantwortung.

Im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit steht ein Ansatz, der Lernen als aktiven, erfahrungsbasierten Prozess versteht. Kinder und Jugendliche sollen über eigenes Handeln, Naturerfahrungen und gemeinsames Arbeiten Selbstwirksamkeit erleben und soziale Kompetenzen stärken. Genau darauf zielen die praxisnahen und erlebnisorientierten Formate ab von Orientierung im Gelände über handwerkliche Projekte bis hin zu Teambildung und Demokratiewerkstätten. Dazu gehören auch internationale Jugendbegegnungen, Klassenfahrten sowie Fortbildungen für Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit. Die Einrichtung arbeitet mit rund 32 Mitarbeitenden sowie zusätzlichen Aushilfen und Ehrenamtlichen im Rahmen des JuSeV. Gleichzeitig betonte Ruben Loewe, dass sich Hirschluch weiter zu einem inklusiven Träger entwickelt, der Menschen mit Förderbedarf stärker in seine Arbeitsprozesse einbindet und dabei vom JuSeV strukturell unterstützt wird.

Mit seiner naturnahen Lage auf rund 24 Hektar Wald versteht sich die Evangelische Jugendbildungsstätte Hirschluch als besonderer Bildungsort im Landkreis Oder-Spree, der Lernen in und mit der Natur ermöglicht. Von April bis Oktober ist Hirschluch ein gefragter Ort der weit über die Ländergrenzen hinaus bekannt ist und gern genutzt wird. Die pädagogische Arbeit ist praxisorientiert, inklusiv und auf Selbstwirksamkeit ausgerichtet und folgt der Idee, junge Menschen niedrigschwellig zu erreichen und Bildung als gemeinschaftlichen Erfahrungsraum zu gestalten. Insgesamt verbindet die Einrichtung wirtschaftliche Anforderungen mit einem sozialen, inklusiven und naturbezogenen Bildungsauftrag des JuSeV.

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