Bühne eines außergewöhnlichen Kinderprojektes

Die Premiere von „Carmina Burana“ von Carl Orff im Fürstenwalder Dom war ein besonderes musikalisches Erlebnis. Gemeinsam mit 80 Kindern der Sigmund-Jähn-Grundschule im Alter von 8 bis 12 Jahren, die die anspruchsvollen lateinischen Texte sangen, entstand ein beeindruckendes Konzert. Wo hat man so etwas in der Region schon einmal erlebt? Unterstützt wurde der Chor vom brandenburgischen Konzertchor Bad Saarow sowie von den Solostimmen eines Baritons, einer Sopranistin und eines Tenors. Mit ihren einfühlsamen Darbietungen verliehen sie dem gesamten Chor zusätzliche Tiefe und machten den Nachmittag zu einem unvergesslichen musikalischen Erlebnis. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit, denn auch das Schlagwerk und die ausgezeichneten Pianisten trugen maßgeblich dazu bei und untermauerten das musikalische Geschehen mit großer Leidenschaft. Doch bis dahin war es rückwirkend gesehen ein anspruchsvoller Weg. Kinder für etwas Neues zu begeistern, fiel Musikschullehrer Marvin Weigert nicht schwer. Die Sympathie, die ihm entgegengebracht wird, ist sehr groß. Kinder, egal welcher Konfession, zusammenzubringen, gemeinsam singen zu lassen und dann auch noch auf Latein in „Carmina Burana“ das ist eine besondere Herausforderung. Schulleiterin Ines Tesch unterstützte die Idee von Anfang an. Dass die Kinder auf Latein singen würden, hielt sie zunächst für etwas gewagt. Doch schon ab der Hälfte der Probenzeit war auch sie begeistert. Es ist einfach etwas Schönes, wenn Bildung die Musik mit einschließt und die Kinder darin voll aufgehen. Als Partner des Projekts konnte die Stiftung Ein Quadratkilometer Bildung gewonnen werden. Im Rahmen ihres Programms „Kultur auf der Spur“ stellte sie die finanziellen Mittel für das Chorprojekt „Carmina Burana“ der Sigmund-Jähn-Grundschule bereit. Begleitet und unterstützt wurde das Projekt dabei von Frederike Zenke und Mia Zickerow-Grund. Für die Kinder war es ein gelungener Tag voller Abenteuer und Herausforderungen, der schon früh begann. Der gesamte Tag war zudem von einer dreistündigen Generalprobe im Dom geprägt. Vor dem Altar wurde eine Chortreppe für die 160 Sänger aufgebaut. Anschließend wurden sie in ihre Stimmlagen eingeteilt und festgelegt, wann sie sitzen und wann sie stehen. Alle trugen das klassische Schwarz-Weiß. Für den zwölfjährigen Ewan, der an diesem Tag das Musikpult bediente, war das nichts Neues, denn er ist Mitglied der AG Schülerradio und hat dort bereits Erfahrungen mit Technik und dem Umgang mit dem Musikpult gesammelt. Er machte an diesem Tag genau das, was auch Tontechniker leisten er sorgte für einen guten Ton. Die Premiere am Sonntag spiegelte einmal mehr wider, wie es sich anfühlt, wenn alle gemeinsam ein Ziel verfolgen und es in die Tat umsetzen.

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