Pädagogische Weiterentwicklung bei JuSeV
Der Vorstand der Jugendhilfe und Sozialarbeit JuSeV hatte zuvor das Aufgabengebiet der Weiterentwicklung der pädagogischen Einrichtungen selbst übernommen. Schon bald stieß er jedoch an die Grenzen der zunehmenden Komplexität dieses Bereichs. Daher musste eine schnelle Lösung gefunden werden, um diese Aufgabe, die viele Bereiche gleichzeitig betrifft, in fachliche Hände zu übergeben.Es sei nicht einfach gewesen, einen kompetenten Mitstreiter in dieser verantwortungsvollen Schlüsselposition zu finden, sagteVorstandsvorsitzender der JuSeV Christoph Ritter. Dann habe sich jedoch eine Lösung ergeben, die besser nicht hätte sein können. Mandy Garnitz, Diplom-Sozialwissenschaftlerin sowie Lehrerin für pädagogische und politische Bildung, suchte nach neuen Herausforderungen und übernahm das Aufgabengebiet der Weiterentwicklung der pädagogischen Einrichtungen beim JuSeV.
Getroffen haben wir uns am Montag, um zu erfahren, was die Komplexität der Weiterentwicklung der pädagogischen Einrichtungen nun eigentlich beinhaltet. Mit ihrer herzlichen Art biegt sie sofort auf die Zielgerade ein, die Begeisterung für ihr Aufgabengebiet bei der Jugendhilfe und Sozialarbeit JuSeV ist ihr anzumerken. Zu ihrem Bereich gehören die Evangelische Grundschule mit Hort in Rauen sowie der heilpädagogische Hort an der Erich-Kästner-Schule in Fürstenwalde erfahre ich. Garnitz betonte, dass die enge Verzahnung von Schule und Hort ein zentrales Element der Arbeit sei. Lehrkräfte und Erzieher gestalteten den Tagesablauf gemeinsam, etwa beim Mittagessen oder in Lernzeiten. Gleichzeitig setze die Einrichtung auf offene Hortarbeit, in der Kinder ihre Aktivitäten selbst wählen. „Struktur bleibt dabei entscheidend“, so Garnitz, denn nur so könnten Kinder lernen, ihren Alltag selbst zu organisieren. Auch im heilpädagogischen Hort stünden individuelle Förderung und flexible Angebote im Mittelpunkt.
Die Evangelische Grundschule orientiere sich dabei an modernen pädagogischen Ansätzen, unter anderem an Elementen der sogenannten Schmetterlingspädagogik. Garnitz erklärte, man übernehme diese jedoch nicht vollständig, sondern kombiniere verschiedene Konzepte zu einem eigenen Ansatz. Ziel sei es, selbstständiges, offenes Lernen zu stärken und Kinder stärker in ihren Lernprozess einzubeziehen. Die Grundschule in Rauen wachse zudem seit Jahren kontinuierlich weiter. Als einzige evangelische Grundschule der Region werde sie stark nachgefragt, auch aus umliegenden Orten. Aufgrund der steigenden Schülerzahlen stoße das bestehende Gebäude an seine Grenzen. Deshalb entstehe auf dem weitflächigen Grundstück der Kirchengemeinde in naher Zukunft ein Neubau, das durch Zuschüsse und Darlehen der Kirche unterstützt werde.
Ein besonderes Merkmal sei hierbei der sonderpädagogische Schwerpunkt. Garnitz erklärte, dass die Klassengröße bewusst auf 20 Kinder begrenzt wurde, um individuelle Förderung zu ermöglichen. Besonders Kinder mit Förderbedarf oder sozial-emotionalen Herausforderungen profitierten davon. Der Neubau werde als modernes „Lernhaus“ in Modulbauweise errichtet. Neben Klassenräumen entstünden flexible Lern- und Aufenthaltsbereiche für Ganztag und Hort. Der Bau sei barrierefrei und auf moderne Anforderungen ausgerichtet. Im pädagogischen Konzept stehe selbstständiges und individualisiertes Lernen im Mittelpunkt. Garnitzsagte, Kinder arbeiteten in ihrem eigenen Tempo und mit unterschiedlichen Materialien. Lehrkräfte verstünden sich dabei zunehmend als Lernbegleiter. Tests könnten teilweise wiederholt werden, um Lernfortschritte besser abzubilden.
Auch die Raumgestaltung sei darauf ausgerichtet. Neben Gruppenarbeitsplätzen gebe es Einzelbereiche, Beratungsplätze und frei zugängliche Materialien. Der Unterricht beginne meist gemeinsam im Kreis und gehe anschließend in individuelle Arbeitsphasen über. Zum Neubau erklärte Garnitz, dass sich das Projekt in der finalen Vorbereitungsphase befinde. Nach Abschluss der Vergaben beginne in den Sommerferien der Rückbau des Spielplatzes. Ziel sei es, das Gebäude bis zum Sommer des kommenden Jahres fertigzustellen passend zum 20-jährigen Bestehen der Grundschule in Rauen.


