Ein Projekt gibt Jugendlichen neue Perspektiven

Im Fachbereich Jugend- und Jugendsozialarbeit bei JuSeV in Fürstenwalde sprach ich mit der Koordinatorin und Sozialarbeiterin Anika Bielau über das Projekt „Durchstarter“ und ob es eine echte Chance für einen Neustart im schulischen und beruflichen Bereich bietet. Das Projekt „Durchstarter“ richtet sich an Jugendliche, die in der Regelschule Schwierigkeiten haben anzukommen, und bietet ihnen eine intensive sozialpädagogische und schulische Betreuung in einem kleinen, geschützten Rahmen hier in Fürstenwalde. Sie koordiniert das Projekt und arbeitet gemeinsam mit einem Team aus weiteren Sozialarbeitern sowie Lehrkräften eng mit den Jugendlichen zusammen. Ziel ist es, sie individuell zu unterstützen, zu stabilisieren und ihnen neue Perspektiven für Schule und Beruf zu eröffnen. Die Jugendlichen bringen sehr unterschiedliche Herausforderungen mit, darunter Mobbing, soziale Ängste, psychische Belastungen oder schwierige familiäre Situationen. Sie kommen mit ganz unterschiedlichen Rucksäcken zu uns, so Bielau, und genau da setzen wir gemeinsam an. Durch Einzelgespräche, soziales Kompetenztraining und ein eng begleitetes Tagesstrukturmodell inklusive gemeinsamem Frühstück und klaren Abläufen, entsteht ein stabilisierendes Umfeld, das Sicherheit gibt und Entwicklung ermöglicht. Das ist alles sehr individuell, sagt Bielau, manche brauchen mehr Unterstützung, andere weniger, aber viele finden hier wirklich ihren Weg. Das Projekt arbeitet mit kleinen Gruppen von maximal 15 Jugendlichen pro Durchlauf. Während eine Gruppe Unterricht hat, befindet sich die andere im Praktikum ein kontinuierlicher Wechsel sorgt für Struktur und Praxisnähe. Insgesamt zeigt sich eine hohe Erfolgsquote. Ein Großteil der Teilnehmenden erreicht den Schulabschluss, viele davon hätten diesen ohne das Projekt vermutlich nicht geschafft.

Bielau beschreibt das Projekt als sehr beziehungsorientiert und alltagsnah. Ein zentraler Bestandteil ist die berufliche Orientierung. Die Jugendlichen absolvieren Praktika in ganz unterschiedlichen Bereichen von Lagerlogistik über Küche und Altenpflege bis hin zu sehr individuellen Einsatzstellen wie Bestattungsinstituten. Die Praktika werden eng begleitet, inklusive Bewerbungstraining, Berufsorientierung, Betriebserkundungen und Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche. Häufig ergeben sich daraus bereits Ausbildungsplätze oder klare berufliche Perspektiven. Auch die Zusammenarbeit mit Eltern und der kooperierenden Schule ist ein wichtiger Baustein. Regelmäßige Gespräche, enge Abstimmung und gemeinsame Verantwortung sorgen für eine vertrauensvolle Atmosphäre. Wir arbeiten wirklich Hand in Hand mit den Eltern, betont Anika Bielau, und das ist für den Erfolg enorm wichtig.

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Trotz einzelner Fälle, in denen Jugendliche das Angebot nicht annehmen konnten, überwiegen die positiven Entwicklungen deutlich. Viele ehemalige Teilnehmende bleiben in Kontakt, besuchen das Projekt oder berichten später von ihren Erfolgen in Ausbildung und Schule. „Das ist für uns das Schönste“, sagt Bielau abschließend, wenn sie zurückkommen und sagen, dass wir sie ein Stück auf ihrem Weg begleiten durften. Insgesamt zeigt sich, dass das Projekt „Durchstarter“ des JuSeV für viele Jugendliche eine zweite Chance bietet mit Struktur, Vertrauen und viel Herz auf dem Weg in einen erfolgreichen schulischen und beruflichen Neustart.

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