12 Jahre voller Klang, Leidenschaft und gemeinsamer Entwicklung
Zwölf Jahre lang, von Juni 2002 bis April 2013, schwang Alex Ilenko den Taktstock des Kammerorchesters Fürstenwalde e. V. und mit jedem Schlag entstand Musik, die Herzen berührte und Räume erfüllte. Doch hinter jedem glanzvollen Konzert lag die Arbeit, das Lernen und die Hingabe der Musikerinnen und Musiker, die gemeinsam unter Ilenkos Leitung wuchsen. Jeder Ton, jede Phrase, jede Pause war ein Moment des Lernens. Dem Takt des Dirigenten zu folgen, die Geschwindigkeit zu spüren, aufeinander zu hören und doch die eigene Stimme einzubringen, das alles erforderte Geduld, Konzentration und die Bereitschaft, sich ständig zu verbessern. Mehrere berichteten später, wie sehr sie durch diese intensive Arbeit an ihrem Instrument gewachsen sind, wie sie durch die Konzerte nicht nur musikalisch, sondern auch persönlich gereift sind.
Am 8. Dezember 2004 erklang das erste Konzert im Katharina-von-Bora-Haus. Es war der Beginn der regelmäßigen Frühjahrs- und Adventskonzerte, welche die Bewohner der Seniorenresidenz über Jahre hinweg verzaubern sollten. Schon früh wurden Grenzen überwunden. Vom 31. März bis 3. April 2005 musizierten Fürstenwalder und polnische Musiker aus der Partnerstadt gemeinsam bei zwei Konzerten in Stargard und Choszczno, übertragen vom polnischen Rundfunk und in Anwesenheit der Bürgermeister. Für die Musiker war das nicht nur eine Herausforderung, es war eine Gelegenheit, über Landesgrenzen hinweg zu lernen, einander zu inspirieren und gemeinsam etwas Neues zu erschaffen. Ein Jahr später kamen die polnischen Musiker zum Gegenbesuch nach Fürstenwalde. Die gemeinsamen Konzerte in Heinersdorf und im Fürstenwalder Dom sind den Mitwirkenden bis heute in Erinnerung geblieben.
Das erste Neujahrskonzert im Dom unter Ilenkos Leitung erklang am 6. Januar 2006. In der akustischen Weite des Gotteshauses wurde spürbar, wie das Zusammenspiel der Musiker mit dem Dirigenten eine lebendige, atmende Musik hervorbringt. Jedes Konzert war ein Moment, in dem die Stunden des Übens, die vielen Wiederholungen und das ständige Abstimmen miteinander Früchte trugen.
Am 2. November 2007 beim Benefitskonzert für das Goßmann-Denkmal zeigte sich die besondere Magie der Arbeit unter Ilenko. Der verschollene Ulanenmarsch von Reinhold Sachs erklang erstmals wieder, und die Musiker spürten den Stolz und die Freude, ein historisches Werk zum Leben zu erwecken. Das Stück wurde sofort zum Publikumsliebling und erklang seitdem bei vielen Neujahrskonzerten.
Auch Kinderopern wie „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“ Juli 2009 und „Fremde Prinzessin“ Juni 2011 boten für die Musiker neue Herausforderungen. Hier galt es die Balance zwischen klassischer Präzision und erzählerischer Freiheit zu finden, auf kleine Sänger einzugehen und dennoch die eigene Linie zu halten.
Das letzte Konzert unter Alex Ilenko fand am 19. April 2013 als Benefitskonzert für den Kirchturm in Trebus statt. Ohne ihn gäbe es das Kammerorchester Fürstenwalde nicht. Seine Liebe zur Musik, seine Geduld, sein untrügliches Gefühl für Klang, Takt und Ausdruck, all das prägte die Musiker und ihr Publikum gleichermaßen. Alex Ilenko schenkte Fürstenwalde zwölf Jahre voller Musik, Herz, Wachstum und unvergesslicher Momente. Und noch heute klingt in jedem Ton des Kammerorchesters die Erfahrung der Musiker mit, das Streben, besser zu werden, gemeinsam zu spielen und die Schönheit klassischer Musik erlebbar zu machen.



