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Bildung

Wachstum braucht neue Wege

Leitbild für eine gemeinsame Zukunft des Vereins Jugendhilfe und Sozialarbeit e.V.

Erschienen am Donnerstag, 10. September 2026 Lesezeit 3 Min.

Nach den Jahren des Wachstums steht der Verein Jugendhilfe und Sozialarbeit e. V. aus Fürstenwalde vor einem wichtigen Entwicklungsschritt. Aus einer kleinen Organisation ist ein Arbeitgeber mit rund 250 Mitarbeitenden geworden. Inzwischen arbeiten hier Menschen in ganz unterschiedlichen Bereichen von der Jugendsozialarbeit über ambulante und stationäre Hilfen bis hin zu Grundschule, Horten und Jugendbildungsarbeit. Vorstand Christoph Ritter berichtet, dass das stetige Wachstum auch die Strukturen verändert habe. Was früher auf kurzen Wegen und vielfach informell funktioniert habe, stoße heute zunehmend an seine Grenzen. Dazu komme eine vielfältige Belegschaft mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen und die wachsenden Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt. Für Ritter ist deshalb klar, dass einzelne Maßnahmen nicht mehr ausreichen. Der Verein JuSeV brauche eine gemeinsame Strategie, ein klares Verständnis von Führung und eine Unternehmenskultur, in der Unterschiedlichkeit als Stärke verstanden werde. All das soll in einem gemeinsamen Leitbild zusammengeführt werden. Mit dem Projekt „Zusammenarbeiten und Leiten bei JuSeV“ wird dieser Wandel nun systematisch gestaltet. Gefördert durch das ESF-Programm „rückenwind³“ für Vielfalt, Wandel und Zukunftsfähigkeit, geht es dabei um weit mehr als um einzelne Fortbildungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Zusammenarbeit, Führung und Personalentwicklung künftig gestaltet werden können.

Ritter betont dabei besonders den menschlichen und diakonischen Aspekt. Mitarbeitende sollen sich gesehen, wertgeschätzt und in ihrer Unterschiedlichkeit angenommen fühlen. Eine offene und fehlerfreundliche Kultur soll entstehen, Chancengleichheit gestärkt und Diskriminierung entgegengewirkt werden. Dabei soll das christlich/diakonische Menschenbild Orientierung im täglichen Handeln geben. Auch die Führungskräfteentwicklung nimmt einen wichtigen Stellenwert ein. Alle Mitarbeitenden, die im JuSeV Führungsverantwortung haben, werden in diesem Prozess einbezogen. Ein gemeinsam getragenes Führungsleitbild soll dabei Orientierung geben und die Zusammenarbeit stärken.

Ein besonderer Moment auf diesem gemeinsamen Weg ist der Mitarbeitendentag des JuSeV am Samstag unter dem Motto „Teil des Ganzen“. In der Evangelischen Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Hirschluch kommen die Beschäftigten in sieben interaktiven Workshops miteinander ins Gespräch. Sie beschäftigen sich mit den Werten des Vereins, mit Vielfalt und mit der Frage, wie das neue Leitbild aussehen soll.
Projektkoordinatorin Christine Seifert machte dazu deutlich, dass die Mitarbeitenden dabei nicht nur Zuhörer sind. Ihre Erfahrungen und Ideen werden unmittelbar in die weitere Entwicklung des Leitbildes einbezogen. Für Ritter und Seifert ist diese Beteiligung ein wichtiger Teil des gesamten Prozesses. Die Zukunft des Vereins soll gemeinsam gestaltet werden. Der angelegte Veränderungsprozess läuft bis September kommenden Jahres. Ritter sieht darin zugleich eine Chance, Erfahrungen zu sammeln, die auch für andere Träger der Sozialwirtschaft interessant sein können. Am Ende soll ein Leitbild für JuSeV stehen, in dem Wertschätzung, Innovation und Vielfalt verankert sind und nicht nur Ziele auf dem Papier bleiben, sondern im täglichen Miteinander gelebt werden.

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