Ein Ort der Erholung und des Trostes

Wer durch das Forstrevier Kleine Heide bei Fürstenwalde-Hangelsberg spaziert, nimmt den FriedWald oft erst auf den zweiten Blick wahr. Harmonisch in die natürliche Waldlandschaft eingebettet, ist hier vor 20 Jahren auf rund 45 Hektar ein besonderer Ort entstanden, der FriedWald Fürstenwalde. Anstelle klassischer Grabsteine erinnern Bäume an Verstorbene eine Form des Abschieds, die vielen Menschen Trost spendet und zunehmend an Bedeutung gewinnt. Seit der Eröffnung haben sich bereits mehr als 8.000 Menschen für den FriedWald Fürstenwalde als Ort ihrer letzten Ruhe entschieden, rund 4.000 Beisetzungen haben hier bereits stattgefunden. Dass sich dieser besondere Ort auch nach zwei Jahrzehnten weiterentwickelt, zeigt sich derzeit ganz konkret. Vor wenigen Monaten hat das Förster-Team rund 200 neue Bäume als künftige Ruhestätten ausgewählt. Dabei handelt es sich überwiegend um Eichen, ergänzt durch einzelne Buchen und Roteichen. Die neuen Grabplätze liegen im westlichen Teil des Waldes entlang der Wege „Wanderfalke“ und „Amsel“ und sind gut erreichbar. Von der insgesamt rund 45 Hektar großen FriedWald-Fläche ist bereits etwa die Hälfte belegt ein deutliches Zeichen für die anhaltend große Nachfrage nach dieser naturnahen Bestattungsform. Verantwortlich für die Auswahl der neuen Baumgrabstätten war unter anderem FriedWald-Förster Thomas Weber, der den Standort seit der Eröffnung begleitet und den Bestattungswald bestens kennt. Dieses Wissen kommt auch den Menschen zugute, die auf der Suche nach dem passenden Baum für ihre letzte Ruhestätte sind. Dabei beobachtet Weber immer wieder, welche besondere Wirkung der Wald entfaltet. Wer im FriedWald unterwegs ist, erlebt den Wald nicht nur als Ort der Erholung, sondern auch als einen Ort des Trostes. Gerade bei Beisetzungen wird spürbar, wie beruhigend die Atmosphäre des Waldes wirkt. Weber begleitet Menschen sowohl im akuten Trauerfall als auch bei der Vorsorge. Viele entscheiden sich bereits zu Lebzeiten für einen Baum. Die Gewissheit, wo der eigene letzte Weg einmal enden wird, gibt vielen ein beruhigendes Gefühl. Gleichzeitig ermöglicht der Wald sehr persönliche und individuelle Abschiede.

Der FriedWald Fürstenwalde zeichnet sich durch seinen abwechslungsreichen Baumbestand aus. Mächtige Kiefern, Eichen und Buchen prägen das Landschaftsbild. Besonders im Frühjahr verwandeln blühende Maiglöckchen den Waldboden in ein weißes Blütenmeer ein Anblick, der viele Besucher innehalten lässt und zur Ruhe einlädt. Auch die Ausstattung im Bestattungswald schafft Raum für würdevolle Abschiede: Zwei Schutzhütten – eine am Eingang und eine am Douglasienweg stehen für Trauer- und Gedenkfeiern zur Verfügung. Gerade bei Beisetzungen schaffen wir hier einen geschützten Rahmen an kälteren Tagen auch mit einem wärmenden Feuer. So wird der Abschied würdevoll, beschreibt Weber. Auch für die Stadt Fürstenwalde, die die Trägerschaft des Bestattungswaldes übernommen hat und in deren Besitz der Wald ist, hat der FriedWald eine wichtige Bedeutung

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Das 20-jährige Jubiläum wird von einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm begleitet. Den Auftakt bildet ein Fachvortrag von Prof. Dr. Ralf Kätzel am 6. Juni um 15 Uhr im FriedWald Fürstenwalde. Unter dem Titel „Bäume Sinnbilder für Beständigkeit“ nimmt er der Besucher mit auf eine spannende Reise in die Welt der Bäume. Neben ihrer symbolischen Bedeutung beleuchtet der Vortrag auch ihre biologischen Besonderheiten sowie aktuelle Herausforderungen für den Wald der Zukunft. Eine Veranstaltung für alle, die den Wald aus einer neuen Perspektive erleben möchten. Musikalisch wird es am 23. August. bei einem stimmungsvollen Rundgang erklingen von 14 bis 18 Uhr an verschiedenen Stationen im FriedWald Musik. Das A Capella Quartett „Aquabella“, Thomas Loefke an der keltischen Harfe, Felix Thiemann mit Stimme und Cello sowie Lutz Gerlach und Ulrike Mai an den Pianos lassen den Wald erklingen. Weitere Programmpunkte sind eine Pilzwanderung am 26. September sowie die traditionelle Andachtsfeier für Angehörige am 1. November.

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