Viertägiges Musik Event zum Jubiläum
Zehn Jahre Musikschule Oder-Spree sind kein stiller Jahrestakt, sondern ein gewachsener Klangraum aus vielen Stimmen, Orten und Begegnungen. Was als organisatorische Struktur begann, hat sich in dieser Zeit zu einem Netzwerk entwickelt, in dem Musik nicht nur unterrichtet, sondern gemeinsam erarbeitet, geteilt und auf die Bühne gebracht wird. In diesen zehn Jahren sind aus Unterrichtsräumen Probenorte geworden, aus einzelnen Übungen Ensembles, aus ersten Versuchen gemeinsame Auftritte. Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben hier nicht nur Instrumente gelernt, sondern auch gehört, wie aus vielen Einzelklängen etwas Gemeinsames entsteht. Die Musikschule steht damit für Kontinuität im Wandel. Unterschiedliche Standorte, verschiedene Genres, viele Generationen verbunden durch den Anspruch, Musik als lebendige Praxis zu verstehen. Zehn Jahre bedeuten hier weniger Rückblick als hörbare Bewegung, die weitergeht. Die Musikschule, gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern, formt ein Programm, das der Namensgeberin Jutta Schlegel gewidmet ist einer Kammersängerin und Professorin für Gesang aus Sauen, deren Name seit der Neustrukturierung die Institution trägt. Aus dem ehemaligen Bildungs-, Kultur- und Musikschulzentrum wurde damals eine eigenständige Musikschule des Landkreises Oder-Spree. In Eisenhüttenstadt, Fürstenwalde, Schöneiche und Beeskow begleitet die Musikschule junge Menschen auf ihrem musikalischen Weg und vermittelt Freude am Instrumentalspiel und Gesang. Die Organisatoren haben sich für das Jubiläum ein viertägiges Musikevent für alle Standorte ausgedacht, wobei der Samstag den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildete und auf der Burg Beeskow stattfand. Zwischen den Konzerten der Solisten und Ensembles gab es Talkrunden, Informationsstände sowie einen Trödelmarkt, auf dem es ausschließlich Musikinstrumente gab – eine spezielle Eigenart, die gut ankam. Der Samstag war dann die Superlative schlechthin. Licht, Ton und die Verkabelung sowie der vorherige Soundcheck auf der Theaterbühne der Burg wurden von Ghostnote Sound übernommen, die das gesamte Event fachlich hervorragend betreuten. Der Vorteil lag auf der Hand: Die Formationen konnten sofort beginnen, und die Umbauzeiten wurden somit kurzgehalten. Das Erste Garde-Blasmusikkorps spielte zusammen mit drei weiteren Orchestern der Musikschule – ein kleiner Rekord: 52 Musiker, 2 Dirigenten und ein einstündiges Programm für die Gäste. Dicht gefolgt von der Rockband H.E.L.P., die ebenfalls mit am Start war und die Bühne im wahrsten Sinne des Wortes rockte. Nur wenig später kamen die Golden Voices zu ihrem Auftritt, die schon tags zuvor, wie die Rockband, ihr Können in Fürstenwalde unter Beweis gestellt hatten. The Flangers durften nicht fehlen, denn sie sind ebenfalls einst zur Musikschule gegangen. Auch wenn sie jetzt nur unwesentlich älter geworden sind, haben sie ihre Musikschulzeit genossen und mit ihrem feinen Soul und Jazz den Abend fundamental bereichert. Bei ihnen wie bei allen anderen Musikern sieht man die Hingabe und Leidenschaft, wenn man für seinen Musikstil lebt. Zum Abschluss kam noch Joe’s Big Band, die ebenfalls an Klasse kaum zu übertreffen sind und den Abend der Feierlichkeiten beschlossen.



