Literatur & Kunst
Zwischen Buchseiten und Farbwelten
Erschienen am Donnerstag, 5. November 2026 Lesezeit 4 Min.
Neue literarische Akzente bereichern das Programm im Parkclub Fürstenwalde. Am Freitagabend verwandelte sich der Club in seinem gemütlichen Ambiente in einen Ort der Lesung, der Kunst und des gedanklichen Austauschs. Im Mittelpunkt stand Alexander Keppel, der mit seiner Lesung aus seinem zweiten Buch „Unzone“ das Publikum auf eine literarische Reise mitnahm und Einblicke in seine Gedanken- und Geschichtenwelt gewährte. Der gebürtige Fürstenwalder stellte im Rahmen einer Lesung sein Buch „Unzone“ vor und gab dabei Einblicke in seinen persönlichen und beruflichen Werdegang. Einen Teil seiner Jugend verbrachte er in der Region und war schon früh kreativ interessiert. Nach seiner Schulzeit und einer Grafikausbildung entschied er sich für ein Studium des Kommunikationsdesigns in Potsdam. Anschließend führte ihn sein beruflicher Weg nach Wien. Über das Leonardo-Programm, ein europäisches Auslandspraktikumsprogramm, kam er zu einer großen deutschen Werbeagentur, Jung von Matt. Dort arbeitete er knapp zehn Jahre in der Werbebranche und beschäftigte sich vor allem mit Text, Ideenentwicklung und der Konzeption von Werbekampagnen.
Mit einem Literaturstipendium der österreichischen Bundesregierung eröffnete sich für ihn schließlich die Möglichkeit, sich zeitweise ganz dem Schreiben zu widmen. Sein erster Roman trägt den Titel „Der zweite Kontinent“. Inzwischen hat er auch ein drittes Buch fertiggestellt. Mit der Vorstellung von „Unzone“ gewährte er den Zuhörern nun einen Einblick in sein literarisches Schaffen.
Für sein Schreiben zog es ihn zwischenzeitlich nach Südtirol, bevor er nach Wien zurückkehrte, wo er seit 2015 lebt. Seine Verbindung zur Heimat ist dennoch geblieben. Familie und viele Freunde leben weiterhin in der Region, und Besuche in Fürstenwalde und Berlin gehören für ihn nach wie vor dazu. Vom Schreiben allein leben zu können, sieht er allerdings realistisch. Nur ein kleiner Teil der Autoren kann dauerhaft vom literarischen Schaffen leben. Deshalb steht für ihn aktuell auch die berufliche Neuorientierung in Wien an.
Nach der Lesung hatten die Gäste noch die Gelegenheit das künstlerische Schaffen des Alexander Gregor sich anzusehen und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Die kleine Ausstellung mit Bildern des jungen Künstlers, der sich bereits seit seinem zwölften Lebensjahr mit Kunst beschäftigt. Angefangen hat er mit Manga-Zeichnungen, später folgten klassische Bleistiftporträts. Inzwischen hat er seinen eigenen Weg zur abstrakten Kunst gefunden. Dabei arbeitet er mit unterschiedlichen Materialien und Techniken wie Tusche, Finelinern, Buntstiften und Pastellölkreide. Häufig bilden Wasserfarben die Grundlage seiner Werke, aus denen sich nach und nach Formen und Motive entwickeln. Seine Kunst ist für ihn vor allem ein Weg, Gefühle auszudrücken und persönliche Erlebnisse zu verarbeiten. Besonders beeindruckend ist dabei, dass er seine Bilder meist spontan entstehen lässt, ohne einem festen Plan zu folgen. Gerade das macht für ihn den Reiz der abstrakten Kunst aus. Jeder Betrachter kann darin etwas Eigenes entdecken. Erste Anerkennung erhielt Alexander Gregor bereits in jungen Jahren. Mit 14 Jahren waren seine Bilder im Landtag zu sehen, 2022 gewann er den Jungend Kunstpreis. Auch international bekam seine Kunst Aufmerksamkeit. Schauspieler Jim Carrey teilte 2021 eines seiner Porträts in den sozialen Medien und äußerte sich positiv dazu. Eine besondere Bestätigung für den jungen Künstler, der sich mit Carrey auch aufgrund persönlicher Erfahrungen verbunden fühlt. Neben der Malerei beschäftigt sich Alexander mit Comics, Poesie, Cosplay, Kostümschneiderei und Fotografie. Seine kreative Arbeit kennt dabei kaum Grenzen. Aktuell arbeitet er unter anderem an einem eigenen Buchprojekt im Comic-Stil.





