Zwischen Melancholie und Leidenschaft
Am Samstagabend wurde die Kulturfabrik von einer ganz besonderen Stimmung erfüllt, als Suzanna de Fockert gemeinsam mit Gerhard A. Schiewe und dem Tango Projekt die Bühne betrat. Schon mit den ersten Klängen entstand eine Atmosphäre, die weit über einen gewöhnlichen Konzertabend hinausging. Das Programm spannte einen eindrucksvollen Bogen von den großen Tangoklassikern der 1930er-Jahre von Carlos Gardel bis Homero Expósito hin zu modernen Interpretationen des Tango. Jeder Titel schien dabei eine eigene Geschichte zu erzählen, getragen von Leidenschaft, Sehnsucht und jener stillen Melancholie, die den Tango so unverwechselbar macht. Begleitet von Liedern mit poetischen Texten dieser Zeit öffnete sich für das Publikum eine intensive Reise in die argentinische Gefühlswelt. Es war ein Abend voller Nähe und Distanz zugleich, voller leiser Trauer, aber auch glühender Lebensfreude. Die Musik berührte nicht nur, sie griff tief ins Innere, ließ Bilder entstehen und Erinnerungen aufsteigen, die lange nachwirkten. Ob der Abend melancholisch war, stellte sich gar nicht mehr als Frage er war es und doch war er so viel mehr: ein intensives Erleben von Gefühl, Ausdruck und Tiefe, das noch lange nach dem letzten Ton in den Herzen nachklang.


