20 Jahre Wettermuseum Lindenberg
Vom mutigen Anfang zum Ort der Wissenschaft
Erschienen am Donnerstag, 17. September 2026 Lesezeit 6 Min.
Ein besonderes Jubiläum, 20 Jahre Wettermuseum Lindenberg. In der Ballonhalle fanden die Feierlichkeiten statt. Gäste, Freunde und Weggefährten aus längst vergangenen Tagen waren gekommen, um die Geschichte rund um das Wettermuseum noch einmal Revue passieren zu lassen. Zu den Gästen zählte der erste Schirmherr, heute Bundesminister a. D. Wolfgang Tiefensee, genauso wie der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke, sowie weitere Würdenträger aus dem Landkreis Oder-Spree und der Politik. Die musikalische Begleitung übernahm das junge Klassik-Duo Viano der Musikschule Beeskow, das auf beeindruckende Weise mit „Ludovico Einaudi – Experience“ und „Patrick Watson – Je telaisserai des mots“ dem Jubiläum genau den richtigen Funken verlieh.
Dr. Bernd Stiller Gründungsmitglied und Vereinsvorsitzender sowie Mitglied des Gründungsvorstandes des Wettermuseum e.V. begrüßte die vielen Gäste und zeigte sich beeindruckt über das rege Interesse.
Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke würdigte in seiner Rede das 20-jährige Bestehen des Wettermuseums Lindenberg und die Entwicklung des Standorts. Er hob hervor, dass Lindenberg eine besondere Bedeutung für die deutsche Meteorologie habe und sich hier Wissenschaft, Geschichte und öffentliche Vermittlung miteinander verbinden. Dabei stellte er einen persönlichen Bezug zum Thema Wetter her und verwies auf seine eigene Herkunft aus der Landwirtschaft, in der Wetter und Niederschlag seit jeher eine wichtige Rolle spielen. Woidke betonte, dass hinter den heutigen Wettervorhersagen und Apps eine präzise und traditionsreiche wissenschaftliche Arbeit stehe. Das Wettermuseum mache diese Geschichte und die Grundlagen der Meteorologie für die Öffentlichkeit und insbesondere für junge Menschen verständlich. Angesichts des Klimawandels komme der Meteorologie auch für die Zukunft eine wachsende Bedeutung zu. Wissen über die Vergangenheit und die Entwicklung der Wetterforschung könne helfen, aktuelle Veränderungen besser zu verstehen und daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Besonders dankte Woidke den Menschen, die das Museum vor 20 Jahren aufgebaut, unterstützt und über die Jahre mit Leben erfüllt haben. Dabei hob er hervor, dass ein Museum nicht allein von seinen Exponaten lebe, sondern vor allem von den Menschen, die Wissen vermitteln und Besucher für die Wissenschaft begeistern. Für die kommenden Jahre wünschte er dem Wettermuseum eine erfolgreiche Entwicklung und viele Besucher, die das Museum mit neuem Wissen über Wetter, Meteorologie und Klimaveränderungen verlassen.
In ihrer Laudatio zum 20-jährigen Bestehen des Wettermuseums Lindenberg stellte Enie van de Meiklokjes die Bedeutung von Wetter und Meteorologie für den Alltag und besonders für Sicherheit und Zukunft heraus. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse werde präzise Wetterbeobachtung und -vorhersage immer wichtiger. Sie erinnerte an die lange Geschichte der Atmosphärenforschung in Lindenberg, die mit der Eröffnung des Observatoriums 1905 und den frühen Ballonaufstiegen von Forschern wie Richard Assmann verbunden ist. Besonders würdigte van de Meiklokjes die Entwicklung des Wettermuseums seit seiner Gründung im Jahr 2006. Aus einer Idee von Dr. Stiller entstand ein Museum, das historische Instrumente, Meteorologie, Klimaforschung und Bildungsarbeit miteinander verbindet. Mit zahlreichen Kooperationen mit Schulen und Kindertagesstätten, Veranstaltungen und 7.500 Besuchern jährlich habe sich das Museum zu einem wichtigen außerschulischen Lernort entwickelt. Als Beispiel für die Vermittlungsarbeit hob sie den Klimazaun hervor, der die langfristige Entwicklung der Temperaturen sichtbar macht. Van de Meiklokjes dankte den haupt- und ehrenamtlich Engagierten, Vereinsmitgliedern, Förderern und Unterstützern, die die Entwicklung des Museums ermöglicht haben. Sie bezeichnete das Wettermuseum als Ort, an dem wissenschaftliche Geschichte, Klimabildung und die Neugier junger Menschen zusammenkommen, und wünschte ihm für die kommenden Jahre weiterhin viele Besucher und erfolgreiche Bildungsarbeit.
Stellvertretender Vereinsvorsitzender des Wettermuseum e. V. und langjähriger Mitarbeiter Jannis von Buttlar warf in seinem kurzweiligen Vortrag einen Blick zurück auf die Anfänge, auf die Geschichte dazwischen und darauf, wie sich das Wettermuseum Lindenberg in der medialen Welt immer weiterentwickelt.
David Gornickel seines Zeichens Geschäftsführer des Wettermuseums gab zum Abschluss einen schnellen Überblick über den aktuellen Stand und die Zukunft des Wettermuseums. Er verwies auf die vielfältigen Aufgaben in den Bereichen Museum, Umwelt- und Klimabildung, MINT-Bildung und Tourismus. Mit mehr als 7.500 Besuchern jährlich und nahezu 150 Veranstaltungen dazu 50 Kooperationen mit Schulen und Kitas habe sich das Museum in den vergangenen Jahren deutlich entwickelt. Ziel sei es, künftig die Marke von 10.000 Besuchern zu erreichen. Gleichzeitig machte Gornickel deutlich, dass dieser Erfolg mit erheblichen personellen und finanziellen Herausforderungen verbunden ist. Während 2021 durchschnittlich zehn Mitarbeitende beschäftigt waren, sind es heute nur noch die Hälfte. Die vielen Führungen, Veranstaltungen, Ferienprogramme und Bildungsangebote seien ohne ausreichend Personal nicht dauerhaft zu leisten. Besonders die Sicherung der Umwelt- und Klimabildung sowie die Anschlussfinanzierung bestehender Projekte seien zentrale Aufgaben der kommenden Jahre. Für die Zukunft stellte Gornickel mehrere Ideen zur Disposition. Dazu gehören die Sanierung bestehender Gebäude, die Weiterentwicklung des Museums und langfristig zusätzliche Räume für Sonderausstellungen und eine Museumsbibliothek. Auch die Gründung einer eigenen Stiftung werde geprüft, um neben öffentlichen Fördermitteln eine dauerhafte finanzielle Grundlage für das Museum zu schaffen. Zum Ende seiner Ausführungen richtete Gornickel den Blick auf die Menschen hinter dem Museum. Er dankte stellvertretend dem langjährigen Vorstandsmitglied Ralf Lieber für seine ehrenamtliche Arbeit, Gabriele Weitzel für ihre langjährige organisatorische Unterstützung und Vereinsvorsitzenden Dr. Stiller für seinen kontinuierlichen Einsatz und seine Netzwerkarbeit. Einen besonderen Dank sprach er außerdem dem gesamten Museumsteam und den vielen ehrenamtlich Engagierten aus, die mit ihrer Zeit und ihrem persönlichen Einsatz wesentlich dazu beitragen, dass das Wettermuseum seine Arbeit leisten kann.





